Das Schneeglöckchen Galanthus

Die Schneeglöckchen

Die ersten Frühlingsboten

Die Schneeglöckchen der Gattung Galanthus umfassen eine Gruppe von etwa 20 Arten aus der Familie der Amaryllisgewächse mit mittlerweile Hunderten von Varietäten und Zuchtformen. Schneeglöckchen sind krautige, mehrjährige Pflanzen, die als Zwiebel den Winter überstehen und in Südeuropa, Kleinasien, Westasien und dem Kaukasus beheimatet sind.

Im frühen Vorfrühling bereits, zusammen mit Winterlingen und den frühen Krokussen, erfreuen sie uns mit ihren weißen Blüten und dem frischen Laub. Sobald der Schnee schmilzt und der Boden auftaut, sind sie da. Wenn dann auch die Temperaturen es zulassen, sammeln unsere Bienen hier an den Schneeglöckchen den ersten, orangefarbenen Pollen.

Als häufigste Art kann man in mitteleuropäischen Gärten sicher die Art Galanthus nivalis, das Gewöhnliche Schneeglöckchen, sehen. Sie fällt durch schmale Blätter auf, die nicht leuchtend grün, sondern eher bläulich-grün sind. Das Gewöhnliche, auch Kleine Schneeglöckchen genannt, kommt in Frankreich, Italien, auf dem Balkan, in Österreich und der Schweiz, in Südwest-Deutschland, in Süd-Polen und in der West-Ukraine in Laubwäldern vor. Bei uns ist seit seit langer Zeit eingebürgert und teilweise auch verwildert. Es vermehrt sich hier durch Samen und vor allem auch durch Jungzwiebeln.

So bildet es nach wenigen Jahren bereits dichte Polster von bläulichen Pflanzen, die im Februar und März ihre rein-weißen, kleinen Blüten treiben.

Eine weitere recht häufige Art ist das vom Balkan stammende Elwes-Schneeglöckchen, Galanthus elwesii, das sowohl in Blatt und Blüte größer erscheint als die vorige “heimische” Art. Außerdem zeigen ihre Blätter anstatt eines bläulichen Grüns ein sattes, saftiges, leuchtendes, glänzendes Grün.

Diese Art wurde etwa 1890 in Deutschland eingeführt. Neben Galanthus nivalis wird sie häufig angeboten, und zwar wie die vorige Art in vielen verschiedenen Zuchtformen. Wie alle Schneeglöckchen überwintert auch diese Art als Zwiebel im Boden.

Weitere Arten wie Galanthus angustifolius, gracilis, alpinus oder plicatus stammen aus den nordöstlichen Mittelmeergebieten und sind in Mitteleuropa eher seltener in Kultur. Es haben sich aber seit langer Zeit Sammler zusammengetan, die ständig auf der Suche nach neuen Arten sind und diese auch in Zentraleuropa weiter kultivieren. Hinzu kommen die vielen Zuchtlinien und Hybriden, die teilweise sogar gefüllte Blüten hervorgebracht haben (diese sind für unsere Bienen aber wertlos). Von daher dürfte uns in Zukunft noch die eine oder andere Überraschung erwarten.

Schneeglöckchen sind von Natur aus Bewohner des Waldes und des Unterholzes. Wir sollten ihnen einen ähnlichen Standort, also humos, halbschattig und feucht, bieten. Dann werden wir lange Freude an den Pflanzen haben. Einen Platz im Rasen sagt den Schneeglöckchen wie allen anderen Zwiebelgewächsen nicht zu, da hier viel zu früh das Laub abgemäht wird. Die Pflanze hat dadurch keine Chance, die notwendigen Reserven zu sammeln, und stirbt ab.

Schneeglöckchen lassen sich sehr leicht durch das Setzen von Zwiebeln im Herbst ansiedeln. Doch auch im Frühling lassen sich in Baumärkten, Gartencentern und Gärtnereien oft interessante blühende Pflanzen im Topf bewundern. Hier wissen wir beim Erwerb sofort, wie unsere Pflanzen aussehen. Sie lassen sich gleich an Ort und Stelle in den Garten pflanzen.


Posted in Allgemein, Frühblüher, Zwiebelgewächse | 1 Comment

One Response to Das Schneeglöckchen Galanthus

  1. Brigitte Arensmeier says:

    Wo kann ich mein gefülltes Schneeglöckchen bestimmen lassen, um welche Art es sich handelt?

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