Die Kornelkirsche Cornus mas

Die Kornelkirsche Cornus mas

Wertvoller Strauch der Vortracht

Die Kornelkirsche Cornus mas ist ein in Süd- und teilweise auch Mitteleuropa heimischer Großstrauch aus der Familie der Hartriegelgewächse Cornaceae und aufgrund ihrer frühen üppigen Blüte für unsere Bienen interessant. Tatsächlich liegt ihr Blühbeginn ca. 2 Wochen vor dem der ersten, frühesten Weiden, und aufgrund ihrer dann leuchtenden Gelbfärbung stellt sie nicht nur eine Bienen-, sondern auch eine Augenweide dar. Manch Laie mag sie mit einer “wilden Forsythie” verwechseln. Diese gehört jedoch zu den Ölbaumgewächsen und liefert keinen für Bienen verwertbaren Nektar oder Pollen.

Weit häufiger als in der freien Natur ist die Kornelkirsche als Nutz- und Zierstrauch im öffentlichen Straßenbegleitgrün anzutreffen, seltener wiederum in privaten Gärten. Die Kornelkirsche wächst überaus langsam, hat dafür aber ein hartes, schweres Holz mit einer fast schwarzen Rinde. Das langsame Wachstum ist wohl der Hauptgrund dafür, dass Cornus mas bislang so selten in Gärten verwendet wird; dies ist insbesondere wegen ihrer schönen, frühen Blüte verwunderlich.

Wenn das Wetter einen Bienenflug im Februar und März erlaubt, wird die Blüte der Kornelkirsche gern angeflogen. Diese liefert eiweißreichen, wertvollen Pollen und auch relativ viel Nektar. Bei Vorhandensein größerer Bestände ausgewachsener Sträucher kann man schon mit einer ersten, frühen Tracht für unsere Honigbienen rechnen.

Der Strauch bevorzugt eine warme Lage, einen eher kalkreichen Boden, und sollte bei uns möglichst sonnig gepflanzt werden. Als Strauch des Unterholzes mit einer Wuchshöhe von bis zu 8 Metern verträgt er aber auch lichten Schatten, wächst dann aber nicht so schön geformt und blüht bei weitem nicht so üppig.

Nach der Blüte ziert den Strauch im Hochsommer dann eine Fülle großer, leuchtend roter Früchte (“Kirschen”), die eine wertvolle Vogelnahrung darstellen. Doch auch der Mensch nutzte seit langen Zeiten die Vitamin-C-reichen Früchte, z. B. für die Herstellung von Säften, was heute kaum noch bekannt ist.

Die Kornelkirsche wird heute in vielen verschiedenen Sorten angeboten. Aufgrund des langsamen Wachstums ist es empfehlenswert, bei der Ansiedelung auf Baumschulpflanzen zurückzugreifen. Eine Vermehrung über Stecklinge im Sommer in gespannter Atmosphäre ist möglich; ebenso eine Anzucht aus Samen. Letztere gestaltet sich aber als langwierig, da die Keimung oft erst nach zwei Winterperioden und einer längeren Liegezeit in entsprechend vorbereitetem Substrat erfolgt. Von daher erfolgt in Deutschland auch kaum eine natürliche Selbstaussaat in freier Natur.

Wer im frühesten Frühjahr einen schönen, wertvollen Blütenstrauch haben will, hat ihn in der Kornelkirsche. Sobald aber die Weiden erblühen, verliert dieser schöne, langsam wachsende Strauch aber an Attraktivität bei unseren Bienen.

Die nächsten Verwandten unserer Kornelkirsche sind die asiatischen Arten Cornus officinalis und Cornus chinensis. Beide sind in Europa aber kaum erhältlich.


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