Die Johannisbeeren Ribes

Johannisbeeren (Ribes)

Frühe Nektarspender

Die Rote JohannisbeereWer von Johannisbeeren hört, denkt zuallererst an die Rote und die Schwarze Johannisbeere, beides zwei ganz bekannte, alteingesessene Obststräucher unserer Gärten mit schmackhaften, vitaminreichen Früchten. Doch wer hätte gedacht, dass weltweit ca. 200 verschiedene Arten der Johannesbeeren zu finden sind?

Tatsächlich besiedelt die Gattung Ribes mit ihren vielen Arten (zu denen auch die Stachelbeere zählt) die gesamte nördliche Hemisphäre von Asien, Europa und Nordamerika. Manche Arten konnten sich sogar bis an die Südspitze Südamerikas ausbreiten (z.B. Ribes magellanicum).

Befassen wir uns zunächst mit den beiden heimischen Arten, die gleichzeitig auch die beiden Arten unserer Gärten mit essbaren Früchten sind.

Die Rote Johannisbeere Ribes rubrum

Die Rote Johannisbeere ist den meisten von uns wohl bekannt dank ihrer, wie der Name schon verrät, leuchtend roten Früchte, die vielen von uns recht säuerlich erscheinen. Ribes rubrum erblüht kurz nach dem Blühbeginn der Stachelbeere und übt eine magische Anziehungskraft auf unsere Insektenwelt aus, die sie mit reichlich Nektar verwöhnt. Wie bereits erwähnt, kommt die Rote Johannesbeere wild im zentralen Europa vor, sie ist aber sehr selten geworden. Seit dem 15. Jahrhundert bereits ist sie in Kultur und wurde vom Menschen züchterisch bearbeitet, so dass wir heute vielen Sorten und auch Hybriden gegenüberstehen. Die Rote Johannisbeere bevorzugt ausgeglichenes, feuchtes Klima und einen tonhaltigen Boden. Sonnige und sandige Standorte meidet sie ebenso wie allzu saure Böden.

Die Schwarze Johannisbeere Ribes nigrum

Die Schwarze JohannisbeereDie Schwarze Johannisbeere übt auf Insekten eine noch stärkere Anziehungskraft als die vorige Art aus. Ihre Blüten liefern reichlich Nektar, und aufgrund ihrer Nektar- und Zuckerwerte ist dieser Obststrauch bei Bienen wie bei Imkern so beliebt. Wie auch die vorige ist auch diese Art ursprünglich in Zentraleuropa heimisch. Sie hat ganz ähnliche Standortansprüche wie die Rote Johannisbeere. Auch die Schwarze Johannisbeere wurde über viele Jahrhunderte vom Menschen kultiviert, der unzähliche Sorten und Zuchtformen aus der Stammart entwickelt hat.

Beide Arten sind in jedem Baumarkt und Gartencenter erhältlich. Wer jedoch zum Beispiel alte Sorten oder gar die Wildform vermehren möchte, kann dies vegetativ relativ leicht tun. Dies ist sowohl über Absenker möglich wie auch über Steckhölzer, die im Herbst geschnitten und bis auf das oberste Auge sofort in die Erde gesteckt werden. Die Anzucht gestaltet sich hier etwas erfolgreicher als bei der Stachelbeere.

Eine weitere europäische Art ist die Alpen-Johannisbeere Ribes alpinum (Foto), die aber nicht als Obststrauch, sonder als Ziergehölz im öffentlichen Begleitgrün zu finden ist. Im Gegensatz zu anderen Arten sind die Blütenstände bei dieser Art aufrecht, und nicht hängend. Ansonsten sind ihre Blüten recht unscheinbar, und wohl auch nicht ganz so attraktiv für Insekten.

Zwei reine Ziersträucher sind die aus Nordamerika stammenden folgenden Arten:

Die Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum

Dieser ebenfalls sehr bekannte Großstrauch (Foto) fehlt in fast keinem Garten und ist aufgrund seiner leuchtend roten Blütenpracht sehr beliebt. Die Blutjohannisbeere ist tatsächlich über und über mit ihren auffällig roten Blütendolden behangen, und zusammen mit der gleichzeitig blühenden Forsythie bildet sie einen schönen, frühlingshaften Kontrast. Dazu liefert sie reichlich Nektar und auch Pollen, der um diese frühe Jahreszeit so wertvoll ist. Die Blutjohannisbeere wächst im Gegensatz zu anderen Arten straff aufrecht und erreicht eine Höhe von mehreren Metern. Dabei verträgt sie auch wärmeres und trockeneres Klima. Ihre unscheinbaren, bläulichen Früchte sind nicht genießbar.

Die Gold-JohannisbeereEine weitere nordamerikanische Art ist die Gold-Johannisbeere Ribes aureum. Diese Art ist wohl noch anspruchsloser und robuster als die vorige und wird in Deutschland beispielsweise als Grünstreifen der Autobahnen verwendet. Dort sind dann ihre leuchtend gelben Blüten mit den hübschen Blütenkelchen zu bewundern. Doch auch als Kleinstrauch in öffentlichen Grünanlagen und im innerstädtischen Bereich ist sie immer häufiger anzutreffen, sehr zur Freude unserer Insektenwelt und des menschlichen Auges.

Es würde den Rahmen dieser Seite sprengen, auch nur einen Teil der großen Artenvielfalt der Johannisbeeren zu beschreiben. Eines ist aber sicher: für jeden Garten, jeden Standort und jeden Zweck lässt sich die richtige Art finden.


Posted in Allgemein, Frühblüher, Sträucher | 1 Comment

One Response to Die Johannisbeeren Ribes

  1. Lea says:

    Ich mag die weißen lieber als die roten Beeren.
    Für mich schmecken sie nicht ganz so sauer.
    Aber mit Zucker macht das dann auch keinen Unterschied mehr.
    LG

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